Historie des Postsportverein!
Bereits 1965 beteiligten sich die Post-Fußballer an den Spielen der Lüdenscheider Betriebsfußballer. Voraussetzung hierfür war allerdings, daß nur Postangehörige am Spielbetrieb teilnahmen. Auftretende Schwierigkeiten bei der Mannschaftsaufstellung erbrachten eine Fusion mit der Firma Alberts.
Später gesellte sich die Firma Heb dazu. Dieser neuerliche Zusammenschluss war den anderen Betriebssportlern jedoch Anlass dazu, ein Verbot für den Spielbetrieb zu erwirken.
Da mit reinen Postangehörigen die Fußballabteilung nicht aufrecht zu erhalten war, trafen sich die Aktiven, um über die Zukunft zu beratschlagen. Die Zusammenkunft von ca. 13 Mann ergab, daß man den Spielbetrieb im Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLWV) aufnehmen wollte.
Freundschaftsspiele überbrückten die Zeit bis zum Start zur Serie 1966/67/ in der 3. Kreisklasse. Die ersten Spielerpässe wurden dann am 28. 6. 1966 vom Westdeutschen Fußballverband in Duisburg ausgestellt. Adels, Böhnke, Faust, Frick, Pontner, Schlüter, W. Wachsmuth, Betien K.-H. Müller, Gröger und H. Boczek waren die seinerzeitigen Fußballer. Trainiert wurde in der Halle des Zeppelin-Gymnasiums und in der alten Schützenhalle unter Faust, Breidenbach und Wolfgang Wachsmuth, der auch die Aufgaben des Obmannes wahrnahm.
Nach drei Jahren wurde nach Ende der Serie 1969/70 der Aufstieg in die 2. Kreisklasse erreicht. Neben dem Aufstieg wurde am 1. 8.1970 auf dem Platz in Plettenberg-Böddinghause im Wiederholungsspiel gegen FC Altena 69 mit 1:0 auch der Titel des Kreismeisters der 2. Kreisklasse geholt. Die Stammannschaft bestand aus den Spielern H. Boczek, Dzaja, Samsel, Krämer, Hein, Senkel, Kensy, L. Zerbe, Pontner, E. Briske, Sewzyk, Gröger und Schlöter, Trainer war Wolfgang Wachsmuth.
Nun folgten vier Jahre Aufenthalt in der 2. Kreisklasse. Inzwischen wurde uns zum Training die Halle Höh zugewiesen, da die Fußballspiele sämtlich auf dem Sportplatz Höh ausgetragen wurden. Zwischenzeitlich hatten wir ein Jahr auf dem Jahnplatz bzw. in der dortigen Halle trainiert. Der Aufstieg wurde in jedem Jahr nur um Nasenlänge verpaßt, es trennten uns jeweils ein oder zwei Plätze von diesem Ziel.
Auch die seinerzeit beschäftigten Trainer Schulze und Wiegand, die jeweils ca. 3/4 Jahr tätig waren, konnten den gewünschten Aufstieg nicht erreichen. Zum Ende der betreffenden Serien wurde Wolfgang Wachsmut immer wieder mit der Leitung des Trainings beauftragt. Ein ausgezeichneter Start in die Serie 1973/74 mit 18:0 Punkten legte den Grundstock für den geplanten Aufstieg. Am Ende der Serie war neben dem Aufstieg zur 1. Kreisliga auch noch der 1. Platz erreicht. Für die erbrachten Leistungen wurde seitens des Vorstandes eine gut gelungene Aufstiegsfeier in der Schützenhalle, zu der alle Spieler und Vereinsmitglieder eingeladen wurden, durchgeführt.
Diese Spieler waren für den Erfolg verantwortlich: Samsel, Schulte, Kramer, H. Boczek, Senkel, L. Zerbe, Stute, E. und H. Briske, Patermann, Pontner, Sewzyk, Hoeder, Gröger und Ostermann.
Für das erste Jahr in der 1. Kreisklasse steckten wir uns einen Mittelplatz zum Ziel. Der Aufschwung hielt bei der Mannschaft an. Nach Ende der Serie 1974/75 belegte unsere 1. Garnitur den unerwarteten guten 4. Platz.
In den nächsten Jahren spielten wir dann in der höchsten Klasse auf Kreisebene. Wir waren stets gern gesehene, aber auch gefürchtete Gegner und spielten elf Jahre in der 1. Kreisliga. Plätze im oberen Mittelfeld wurden oft erreicht. Die Geselligkeit kam auch nie zu kurz. Mit ca. 30 Fußballern aus unseren Mannschaften waren wir eine Woche auf Mallorca und trainierten, auch zur Freude der anderen Urlauber, barfuß am Strand. Wir besuchten Fußball-Freunde in Friedrichskoog an der Nordsee und sie uns abwechselnd über Pfingsten, dies über ein Jahrzehnt. Zu Freundschaftsspielen waren wir in Nordrhein-Westfalen unterwegs.
Ab der Serie 1979/80 übernahm Lothar Zerbe das Training von Wolfgang Wachsmuth. In diesem Jahr wechselten wir auch den Sportplatz von der Höh zum Wefelsohl. Im ersten Jahr gab es viele hohe Siege für die Post, u. a. mit 5:0 in Herscheid und mit 8:0 auf Rasen im Waldstadion gegen Neuenrade II. Lag es nur daran, daß mit dem Ex-Profi Boduszek von Rot-Weiß Lüdenscheid und vorher Borussia Dortmund, unsere gute Mannschaft noch verstärkt werden konnte?
Doch ab Ende 1984/85 spielten wir auch schon stark gegen den Abstieg.
Ab der Serie 1985/86 übernahm Lothar Winkler das Traineramt und vom Sportplatz Wefelsohl mussten wir wieder zu Höh zurück. Obwohl wir uns vor dieser Serie in einem 4-tägigen Trainingslager in der hessischen Sportschule in Grünberg bestens vorbereiteten, stiegen wir in die Kreisliga B ab. Auch zu Beginn der Serie 1987/88 bereiteten wir uns 4 Tage im Sporthotel in Waldbreitbach im Westerwald vor, am Ende der Serie waren wir Zweiter.
Nach nunmehr vier Jahren zählten wir immer zu den Spitzenteams der Kreisliga B.
Im Jahre 1969/70 wurde eine Reservemannschaft zum Spielbetrieb angemeldet. Alle Aktiven bekundeten ihre Bereitschaft, wie auch heute noch, in dieser Mannschaft zu spielen, wenn es erforderlich sein sollte. Nach gewissen Anfangsschwierigkeiten, bedingt durch Abstellungen an die 1. Mannschaft, stellten sich ab 1971/72 auch für dieses Team gute Erfolge ein. Ab Herbst 1971 übernahm Ingo Schelberg die Betreuung dieser Mannschaft von Peter Adels. Ab Ende der Serie 1972/73 wurden Plätze im oberen Tabellenbereich erkämpft.
Ende der Serie 1975/76 war es dann endlich erreicht, wir stiegen in die 2. Kreisklasse mit unserer Reserve auf. Der Spielerkader setzte sich zusammen aus: Kramer, Schlöter, Kensy, Kückelhaus, Wüstner, G. Wachsmuth, Wagner, M. Kubernus, Kullmann, Murrins, H. J. Berndt, Topfstedt, Annuß, Sewzyk und Schmitz.
Nach einer Serie war für uns das Thema 2. Kreisklasse beendet und wir spielten wieder in der untersten Klasse. In den nächsten Jahren hielten wir gut mit, belegten immer gute Abschlussplätze. Zu Beginn der Serie 1979/80 übernahm Jochen Schmitz die Betreuung der Reserve von Ingo Schelberg. Schon Ende der Serie 1980/81 stieg er mit dem Team zum zweiten Mal in die Kreisliga B auf. Die erfolgreichen Spieler waren: D. u. H.-J. Berndt, Putz, Ozarda, S. Gruber, Drewek, M. u. W. Kubernus, B.-D. u. H. Faust, Riedel, Fischer, Schmidt und Sewzyk.
Ende der Serie 1981/82 übernahm Wolfgang Kubernus die Betreuung von Jochen Schmitz und hat sie bis heute noch. Ende der Serie 1982/83 war die Mannschaft wieder in der Kreisliga C. Am Ende der Serie 1985/86 war unsere 2. Mannschaft dann punktgleich mit Espanol Lüdenscheid an erster Stelle. Das Entscheidungsspiel wurde vor großer Zuschauerkulisse auf dem Honsel mit 1:2 verloren. Doch diese Niederlage wurde im Vereinslokal „Gaststätte Crummenerl“ feuchtfröhlich begossen. Diese Gaststätte ist seit 10 Jahren unser Treffpunkt in Sachen Fußball.
Doch Ende der Serie 1986/87 stiegen wir zum dritten Mal in die Kreisliga B auf. Als Gruppenerster wurden wir im Endspiel gegen TuS Herscheid II in Altena-Dahle mit 1:0 auch Kreismeister der Kreisliga C. Seit drei Jahren sind wir in dieser Liga, obwohl wir auch schon mal ein Entscheidungsspiel gegen den Abstieg mit 1:0 gegen SpvG Plettenberg III in Herscheid gewannen. In dieser laufenden Serie sind wir zuversichtlich, den Klassenerhalt schaffen zu können
Belgische Mannschaften bei der Post
Ab der Saison 1970/71 bildeten belgische Soldaten, die von Kassel nach Lüdenscheid verlegt wurden, eine weitere Mannschaft. Nach drei Jahren schafften unsere belgischen Freunde den Aufstieg in die 2. Kreisklasse. In den Serien 1983/84 und 1984/85 spielte sogar eine zweite Mannschaft, mit belgischen Soldaten als Post SV IV, in der Kreisliga C. Betreut wurden unsere belgischen Kollegen von Emiel Benoit, bis zum Abstieg Ende 1986/87 aus der Kreisliga B. Dann löste sich diese Mannschaft selbst auf.
Nun zurück zur heutigen Zeit. Vom Stadtsportverband wurde 1989 erstmals eine Stadtmeisterschaft im Fußball ausgetragen. Unter den 16 Teilnehmern war auch der Post SV. Auf dem Jahnplatz wurde ein Langzeitturnier mit vier Gruppen ä vier Vereinen ausgetragen.
In der Zwischenrunde wurden wir punkt- und torgleich mit Portuges Lüdenscheid zweiter und gewannen das Elfmeterschießen mit 4:2. Das kleine Finale verloren wir dann gegen 28/32 und waren vierter der Fußball-Stadtmeisterschaft.
Besonders erfreulich für den Verfasser dieses Berichtes, der seit 1973 Fußballobmann ist, ist, daß von den jetzigen Seniorenfußballern 13 Spieler seit 10 Jahren und mehr für uns tätig sind.
Axel Cordt, Stefan Gröger, Addi und Siggi Gruber, Manfred und Wolfgang Kubernus, Bernward Kühn, Dirk Mähler, Volker Plate, Jörg Reckling, Michael Rohrmeier und Dieter Wetzelt sind diese Spieler, wobei 6 Mann aus der früheren Postjugend kommen.
Einige Erinnerungen an den DFB-Pokal
Erstmals 1973 beteiligten wir uns an diesem Wettbewerb. Das Los teilte und den gerade aus der Verbandsliga gekommenen RSV Meinerzhagen zu. Wir verloren kurz vor Schluß durch einen Elfmeter mit 2:3.
Allen in Erinnerung ist bestimmt das Jahr 1975. Nachstehend der Originalbericht aus der Rot-Weiß Stadionzeitung.
13. Juli 1975: 2. Runde auf Kreisebene: Post SV Lüdenscheid e.V. – RWL 1:4 (0:2)
Kreisklassenvertreter Post SV entwickelte vor der erstaunlichen Kulisse von 1000 Zuschauern am Jahnplatz zwar großen Ehrgeiz, konnte aber den Verbandsligisten nicht gefährden. Nach zehn Minuten war Kosien zur Stelle, als ein harter Vogelsang-Schuß nur abgeklatscht worden war. Zum 2:0 war Vogelsang nach Jarosch-Vorarbeit erfolgreich. Einen recht umstrittenen, von Baach sicher verwandelten Strafstoß setzte der Post SV sofort den Ehrentreffer durch Samsel entgegen. Den Endstand stellte Kosten per Kopf mit seinem Zweiten Tor nach Bach-Flanke her.
1976/77 traten wir ein einziges Mal überkreislich auf, waren also unter den drei besten Pokal Teams unseres Kreises. Auf der I Höh Gewannen wir dann gegen den FC Hilchen Bach aus dem Fußballkreis Siegen-Wittgenstein. Versehentlich hatten wir aber zur falschen Zeit den Gast eingeladen. Das Spiel wurde nicht gewertet und neu angesetzt, dieses verloren wir dann nach Verlängerung mit 1:2 und waren aus dem Pokal.
Oft spielten wir gegen den Landesligisten VFB Altena, verloren immer und einmal auch in der Verlängerung hoch mit 3:7.
Der Pokal hat „eigene Gesetze“ sagt man, verlören wir deshalb im laufenden Wettbewerb in der 1. Runde bei einem C-Ligisten?